Begleitinformationen zum Hermode Tuning System (HMT).

Hermode Tuning ist eine Stimmungsprogramm, welches die Frequenzverhltnisse
in mehrstimmiger Musik verbessert.

Musikalischer Hintergrund: 
Musik in europischer Tradition fordert Quinten- und Terzenreinheit. 
Gute Snger, Blser und Streicherensembles erreichen diese Reinheit, 
weil ihre Musiker variabel intonieren und sich dem harmonischen Umfeld 
anpassen. Auf Tasteninstrumenten mit fester Stimmung ist aus mathematischen
Grnden dagegen keine durchgehende Terzen- und Quintenreinheit mglich.
Man stimmt Tasteninstrumente deswegen temperiert. Das heit, da die 
unvermeidbar auftretenden Restfehler mehr oder weniger gleichmig auf 
alle Intervalle verteilt werden. In der heutzutage blichen gleichstufigen
Temperatur der Tasteninstrumente sind die Quinten leicht verstimmt, 
ihr Fehler betrgt ca. 1/50 Halbton. Die Terzen sind dagegen sehr verstimmt,
ihr Fehler liegt bei ca. 1/7 Halbton. Diese Verstimmungen schlagen 
sich bei mehrstimmiger Musik in Interferenzen nieder, die den Klang 
verzerren. In Dur-Dreiklngen fllt dies besonders negativ auf.

Hermode Tuning optimiert in mehrstimmiger Musik die Frequenzen in Echtzeit 
und ahmt das Intonationsverhalten guter Blser, Streicher und Snger nach. 
Das bewirkt einen durchsichtigeren Klang, strahlendere Hhen und krftigere
Bsse. Blser- und Streicher-Sounds auf dem Keyboard klingen somit 
natrlicher. Die bessere Reinheit kommt aber auch Piano- und Orgelklngen 
zugute.

Hermode Tuning ist (Stand Dez. 1994) internes Programm bei den Synthesizern
"Microwave" und "Wave" von WALDORF, sowie allen Instrumenten der 
"Plus"-Serien von WERSI.

Bei der bermittlung der Stimmungswerte dieses Demoprogrammes per MIDI 
mute darauf Rcksicht genommen werden, da Umstimmungsbefehle fr 
Einzelnoten (Single Note Retuning) noch nicht allgemein Stand der Technik 
sind. Die Umstimmungswerte werden deswegen als Pitch-Bend-Befehle 
ausgegeben und zwar aufgrund der gemeldeten Note on und Note off Signale.

Nehmen Sie bitte an Ihren Gerten folgende Einstellungen vor:

1. Midikabel vom Masterkeybaord MIDI OUT zu ATARI MIDI IN. 

2. Midikabel vom ATARI MIDI OUT zum Keyboard zum MIDI IN des 
   klanerzeugenden Musikinstrumentes. Am Musikinstrument 
   MIDI PITCH BEND MESSAGES auf ENABLE einstellen.

3. Musikinstrument einschalten. Einen MULTIMODE oder COMBIMODE aufrufen,
   bei dem alle(!) MIDI-Kanle denselben(!) Sound ansteuern. HMT verwendet
   die MIDI-Kanle 1-9 und 11 - 13, die dynamisch zugeordnet werden.
   Empfehlenswert zum "Einhren" sind Flten-, Hrner- bzw. Posaunen-, 
   oder ruhige Orgel-Klnge.

4. Am ATARI Programm HMT.TOS aufrufen.
   Dieses Programm sendet beim Start automatisch einen Control-Befehl
   LOCAL = OFF fr den Fall, da das Masterkeyboard gleichzeitig 
   Klangerzeuger ist. Sofern Sie das Keyboard erst nach dem Programmaufruf
   einschalten, mssen Sie dies gegebenfalls von Hand einstellen.

5. Die Einstimmwerte dieses Programmes sind auf einen Pitch Bend Range 
   von 2 Halbtnen abgestimmt. Entsprechende Control-Befehle
   beim Start des Programmes stellen den Pitch Bend Range des Musik-
   Instrumentes auf diesen Wert ein. Sofern das Musikinstrument erst
   nach dem Programmstart eingeschaltet wird, mssen Sie diese
   Einstellung gegebenfalls von Hand vornehmen.
   Fr den Fall, da Ihr Musikinstrument keine General Midi Daten 
   empfangen kann und der Pitch Bend Range nicht von Hand eingestellt
   werden kann, gehen Sie wie folgt vor:
   - Rufen Sie die Datei PITCH mit einem Editor auf.
   - Verndern Sie den vorgegebenen Wert (Voreinstellung ist 200).
  
6. Die F1- bis F10-Tasten des ATARI steuern zu unterschiedlich starker
   Reinheit. F10 ist das Maximum, F1 ist das Minimum, das normal 
   temperierte Stimmung bedeutet. Mit diesen Tasten und mit Hilfe eines 
   Dur-Dreiklanges knnen Sie anhren und prfen, welcher Reinheitsgrad 
   Ihnen bei unterschiedlichen Sounds am besten gefllt. Maximale Reinheit
   ist fr Blser und Streicher optimal. Bei Pianoklngen knnte es sein, 
   da Sie die gedmpfte Reinheit F7 vorziehen, weil das typischer klingt.
   Das ist nun Geschmackssache.
   Auch im Zusammenspiel mit anderen, temperiert gestimmten Instrumenten 
   verbessert F7 = 70 % Reinheit einerseits den Klang Ihres Keyboards,
   hlt ihn aber gleichzeitig so nahe bei temperierter Stimmung, da das
   ganze Ensemble besser klingt.

7. Weitere Tasten des ATARI steuern unterschiedliche HMT-Programmvarianten:

v = Reine Terzen und Quinten (Voreingestellt)
h = Reine Terzen und Quinten, aber bei kritischen Umstimmwerten leicht
    gedmpfte Reinheit.
n = Zustzliche Naturseptime in Dominantakkorden 

(Die Naturseptime fhrt aber zu manchmal starken Frequenzvernderungen, 
 setzen Sie dieses Programm mit der gebotenen Vorsicht ein. 
 Hren Sie - legato gespielt - die Tonfolge A-C-F zu G-H-F - an, das ist 
 so ein kritischer Fall.)

Weitere Programmvarianten bevorzugen eine bestimmte Tonart. 
Diese stimmt dann allerdings nicht besser als bei den oben genannten 
Varianten. Es stimmen nur die brigen Tonarten etwas schlechter. 
(Aber immer noch besser als blicherweise temperiert). Das fhrt zu einer
gewissen "Tonartencharakteristik".
Verwenden Sie ggf. folgende ATARI-Tasten:

Taste				bevorzugt Tonart

1				-	(C-Dur/a-Moll)
2				#
3				##
4				###
5				####
6				#####
7				######
8				bbbbbb
9				bbbbb
10				bbbb
				bbb
'				bb
#				b

8. Hermode Tuning ist durch internationale Patente geschtzt. 
   Dieses Programm oder Teile davon drfen nur fr private Benutzung 
   verwendet werden. Jede Vervielfltigung und jede kommerzielle Benutzung
   ist untersagt.
 
HERMODE TUNING SYSTEM * WERNER + HERWIG MOHRLOK 
HOHENBERGSTR. 16 * D 78647 TROSSINGEN
TEL.: +49 (0) 7425/ 6529 * FAX:	+49 (0) 7425/ 6336

[Anmerkung: Eines hat der Autor vergessen: das Programm wird mit der 
ESC-Taste verlassen; Florian Anwander, Sysop des KEYS-BBS 2:2480/620]

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